Umleitungsbewertung Leitstelle · Straßenbahn & Bus Dresden
Demo von PitchAI · fiktive Szenarien, offene Daten · kein Produkt der DVB
Modellgüte

Was die Modelle nachweislich können — gemessen, nicht behauptet

Alle Werte stammen aus Prüfdaten, die das jeweilige Modell beim Training nicht gesehen hat. Grundlage sind öffentlich zugängliche Echtzeitdaten des VVO für Straßenbahn und Stadtbus Dresden, die wir für diese Demo gesammelt haben. Jede Prognose wird gegen einfache Vergleichsverfahren gestellt. Wo ein Vergleichsverfahren besser ist, steht das hier ebenfalls.

Beobachtungszeitraum
–
Fahrten beobachtet
53
Abschnittsfahrzeiten
1.484
Verspätungsverläufe
539
Auslastungsmeldungen
1.259
1 · Fahrzeit auf unbekannten Abschnitten

Kann das Modell Fahrzeiten auf Straßen schätzen, auf denen die Linie nie fährt?

Das ist der Kern einer Umleitung. Prüfverfahren: fünffache Kreuzvalidierung, gruppiert nach Straßen- bzw. Gleisabschnitt (beide Richtungen bleiben gemeinsam außen vor). Das Modell kennt für den Prüfabschnitt weder Fahrplan noch Historie, nur OSM-Merkmale (Länge, LSA, Knoten, Abbiegungen, Tempolimit, Straßenklasse) und die Tageszeit.

Mittlerer absoluter Fehler je Abschnitt (MAE, Sekunden)
KI-Modell (Quantil-Gradient-Boosting) 36 s
Regelwerk: Tempolimit, LSA-Zuschlag 49 s
Mittlere Geschwindigkeit je Verkehrsmittel 37 s
Fahrplan (Referenz, bei Umleitung nicht vorhanden) 16 s
Über ganze Fahrten summiert (mind. 5 unbekannte Abschnitte, MAE in Sekunden)
KI-Modell 153 s
Regelwerk 859 s
Mittlere Geschwindigkeit 196 s
Fahrplan (Referenz) 148 s
Ergebnis
VerfahrenMAEMAPE
KI-Modell36 s35,7 %
Regelwerk49 s56,0 %
Mittl. Geschwindigkeit37 s36,9 %
Fahrplan (Referenz)16 s10,9 %

Je Abschnitt gegenüber dem besten Vergleichsverfahren ohne Fahrplan: 4 % geringerer Fehler. Über ganze Fahrten: 22 % geringerer Fehler. Abdeckung des P10–P90-Intervalls: 73,0 % (Soll 80 %). n = 1.484 Abschnittsfahrten. MAPE nur für Abschnitte ab 60 s.

Straßenbahn: Modell 35 s gegenüber Regelwerk 54 s, n = 1.045.

Bus: Modell 37 s gegenüber Regelwerk 36 s, n = 439.

2 · Fahrzeit auf befahrenen Abschnitten

Ist die Lageprognose besser als Fahrplan und historischer Mittelwert?

Die DVB verlangt Prognosen, die nicht nur auf Fahrplan oder Durchschnitt beruhen. Prüfverfahren: zeitliche Trennung. Training auf den ersten 70 % des Beobachtungszeitraums, Prüfung auf den letzten 30 %. Das Modell nutzt zusätzlich die Abweichung der letzten 30 Minuten auf demselben Abschnitt (in Produktion aus den 15-Sekunden-Ortungen).

MAE je Abschnitt (Sekunden)
KI-Modell (Lage + Historie) 24 s
Historischer Median je Abschnitt und Zeitband 22 s
Fahrplan 19 s
Ergebnis
VerfahrenMAEMAPE
KI-Modell24 s18,8 %
Historischer Median22 s17,4 %
Fahrplan19 s12,0 %

Gegenüber dem Fahrplan: 26 % höherer Fehler; gegenüber dem historischen Median: 6 % höherer Fehler. Intervallabdeckung P10–P90: 72,9 %. Prüfsatz n = 468.

3 · Verspätungsfortpflanzung

Wie entwickelt sich eine Verspätung an den Folgehalten?

Basis für Fahrplanlage und Folgeverspätung nach einer Umleitung. Zu einem Zeitpunkt t kennt das Modell nur die aktuelle Verspätung und den Fahrplan; verglichen wird mit der später tatsächlich gemeldeten Verspätung am Folgehalt. Vergleichsverfahren: Verspätung bleibt konstant (Persistenz) und die zum selben Zeitpunkt veröffentlichte VVO-Prognose. Zeitliche Trennung 70/30.

MAE der Verspätung am Folgehalt (Sekunden)
KI-Modell 123 s
VVO-Prognose zum selben Zeitpunkt 87 s
Persistenz (Verspätung bleibt) 94 s
Keine Verspätung (Fahrplan) 158 s
VorhersagehorizontnKI-ModellVVO-PrognosePersistenz
0–10 min103127 s93 s95 s
10–20 min57117 s78 s92 s
Ergebnis

Gegenüber Persistenz: 31 % höherer Fehler. Gegenüber der VVO-Prognose: 40 % höherer Fehler – die VVO-Prognose ist hier besser.

Intervallabdeckung P10–P90: 63,4 %. Prüfsatz 164 Halt-Prognosen aus 19 Fahrten.

4 · Fahrgastnachfrage

Erkennt das Nachfragemodell volle Fahrzeuge?

Offene Ein- und Aussteigerzahlen gibt es nicht. Der VVO veröffentlicht jedoch je Abfahrt eine Auslastungsklasse (viele Plätze frei / Stehplätze). Das ist der einzige offene Messwert, gegen den wir das Nachfragemodell prüfen können. Prüfverfahren: zeitliche Trennung 70/30. Das Ergebnis belegt die Erkennung voller Fahrzeuge, nicht die Genauigkeit von Fahrgastzahlen.

VerfahrenTrefferquoteVolle Fahrzeuge erkanntdavon richtig
KI-Modell (Nachfrageproxy + Lage)93,6 %45,8 %55,0 %
Nur räumlicher Nachfrageproxy76,8 %41,7 %13,2 %
Tabelle Linie × Tageszeit92,5 %0,0 %0,0 %
Häufigste Klasse93,0 %0,0 %– %
Einordnung

Rangkorrelation zwischen Nachfrageproxy und gemeldeter Auslastung: 0,20. Anteil voller Fahrzeuge im Prüfsatz: 7.0 %.

Die Trefferquote allein ist bei seltenen vollen Fahrzeugen wenig aussagekräftig (die häufigste Klasse erreicht sie ohne jede Erkennung). Maßgeblich sind die beiden rechten Spalten. Prüfsatz n = 345.

Grenzen

Was diese Messung nicht belegt

Berechnet in 70.9 s auf höchstens 3 CPU-Kernen. Code: pipeline/train.py. Rohdaten: VVO WebAPI (öffentlich), Fahrplan gtfs.de/DELFI (CC BY 4.0), Netz OpenStreetMap (ODbL).